Olympus 45 - ein kleiner Bericht

Olympus 45 - ein kleiner Bericht

Das 45er von Olympus - bearbeitet (f2,2; 1/1250; ISO 160)

Für einen Auftrag brauchte ich im Sommer ein Portrait-Objektiv. Meine beiden Leicas wären zwar geeignet, aber das Bild würde nicht dem gewünschtem entsprechen.

Aus diesem Grund und wegen des unschlagbaren Preises viel meine Wahl auf das 45 M. Zuiko von Olympus. Mit einer maximalen Blende von 1,8 ist es zudem das Lichtstärkste Objektiv meiner Sammlung. Damit nehme ich zwar das Ergebnis schon vorweg, aber ich muss einfach sagen: Ich liebe das Objektiv - trotz seines sehr eigenen Charakters.

Kommen wir zu dem Objektiv an sich:

Es ist klein und kompakt gehalten. Interessant ist dabei: Gegenüber dem komplett aus Aluminium gefertigten Summicron, fühlt sich das aus Plastik bestehende M. Zuiko fast gleich schwer an.

Für 260€ kann man nur Plastik erwarten und das Gefühl der Vorsicht kann man schon ab und zu bekommen So gibt der - wohl sehr dünne - Fokusring bei  drücken nach

Das Technische:

Die 45 Millimeter entsprechen den idealen 90 millimeter im Kleinbildformat. Mit einer Blende von 1,8 ein recht lichtstarkes Micro-Four-Third Objektiv. Wie Steve schon bemerkt hat, ist das Objektiv bei ganz offener Blende etwas unscharf - erst bei 2,0f gibt es keine Beschwerden.

Der Charakter

Kommen wir zu etwas, dass man entweder nur lieben oder hassen kann. Das 45er ist ganz eigen. Die Bilder sind alle sehr kontraststark und haben eine spezielle Farbwiedergabe. Hier sieht man, dass es auf Hauttöne abgestimmt ist, doch auch Landschaftsaufnahmen haben etwas.

Das Bokee zeigt keinerlei schwächen und ist je nach Entfernung zum Hintergrund butterweich. Auch die gefühlte Wölbung zum Zentrum hin, wie ich sie bei meinen Elmarit in Verbindung mit dem Makro-Tubos habe, ist nicht da.

Mein persönlicher Umgang:

Ich verwende das 45er für alles Mögliche. Wegen der offenen Blende, wegen dem Charakter oder wegen der Brennweite. Ich fasse es nicht mit Samthandschuhen an, aber Vorsicht lasse auch ich walten. Das Problem mit der Unschärfe bei 1,8f umgehe ich ganz leicht: Blende 2,0 verwenden. Der Unterschied ist wirklich nicht gewaltig und führt zu besseren Ergebnissen. Bei Porträts kann es sein, dass je nach Entfernung zum Objekt der Schärfebereich sogar zu klein ist - trotz Cropfaktor.

Ich habe im Sommer selbst Bilder in grellster Mittagssonne gemacht, da diese auf dem Kamera-Bildschirm überzeugen konnten. Leider nur auf dem kleinen Bildschirm, denn hier kommt die Kontrast-stärke ins Spiel. In Lightroom habe ich mittlerweile ein Preset, dass Kontrast und Lichter um 20 abschwächt und Tiefen und Klarheit um 20, beziehungsweise 10 erhöht. Die Farben sind meist schon kräftig genug und auch der Weißabgleich passt meistens sehr gut.

Allem in allem gehört dieses kleine Objektiv einfach in jede Tasche eines Micro-Four-Third fotografen. Der Preis ist definitiv kein Argument und für mich steht schon das nächste Objektiv fest: Das 25er 1,8f ebenfalls von Olympus. [EDIT] Gemeint ist das 25er von Panasonic in Zusammenarbeit mit Leica

Anmerkung: Die Landschaftsbilder wurden größtenteils in der Mittagssonne gemacht. Alle unbearbeiteten Bilder wurden nur in jpeg mit sRGB-Farbraum und 90% Qualität konvertiert. Zudem für den Blog wie immer auf 1000px Kantenlänge und ohne Metadaten runtergebrochen.

A Student from Karlsruhe, living in Osnabrück right now. 24 Years old and eager to take pictures and learn with each.