Testbericht Kopfhörer AKG K450

"Zusammenfaltbarer Hochleistungs-Minikopfhörer."

Auf der Zugfahrt nach Hamburg wurde mir klar: Kopfhörer, der mir Musik- oder Filmgenuss ohne Geräusche ermöglicht, muss her. Meine Bedingungen haben es dabei in sich: Teuer darf er nicht sein, ein guter Klang ist pflicht und zu groß oder schwer ist auch nicht erlaubt. Zudem stört mich bei geschlossenen Kopfhörern, dass die Ohren nach etwas tragen warm werden.

Also mal beim roten M in Hamburg Altona HBF reingeschaut und die aktuelle Auswahl betrachtet. Der AKG K450 gefiel mir schnell, jedoch recht Bass-lastig. Da ich solche Entscheidungen nicht auf die Schnelle treffe, schaute ich mir noch mal in Ruhe an, was die Stimmen im Internet sagten. Eins vor weg: Es stimmt, der AKG K450 ist Bass-lastig.

Äußeres

Das äußere ist eher schlicht gehalten, fällt nur durch einige in Chrome gehaltene Plastik-teile auf. In meinen Augen, dennoch recht unauffällig, sieht man sich die Konkurrenten an.
Das Ohr umschließen tut der K450 nicht, er liegt mit druck auf. Wie es Standard ist, lassen sich die Bügel in der Länge einstellen. Strecken allerdings nur, wenn der Kopfhörer in der Hand gehalten wird.

Größentechnisch ist der AKG K450 recht kompakt. Mit dem 3D-Axis Falt-Mechanismus, ist der Kopfhörer perfekt für Reisen.

Das Kabel, gemischte Gefühle

Das Kabel ist so eine Sache. Negativ fällt der Proprietäre-Anschluss auf. Was sich AKG dabei gedacht hat bleibt unklar. Fakt ist, das Kabel sitzt trotz Verriegelung fest und Ersatz ist nur das hauseigene Kabel - für stolze 30 Euro. Zudem gleicht das Kabel denen von Apple und so glaube ich nicht, dass es viel aushält. Die Länge von 1,1 und 0,5 Meter ist mir zu kurz, ich habe nur das lange im Einsatz. Lieber hätte ich ein 1,1 und 1,5 Meter langes Kabel beigelegt gesehen.

Positiv auf jeden Fall: Es ist abnehmbar und AKG legt zwei unterschiedliche Längen bei. Für 30 Euro lässt sich zudem der K450 in einen K451 aufwerten - sprich integriertes Mikrofon und integrierte Fernbedienung. Das Kabel an sich soll mit einem über 99% Sauerstoff freien Gummi ummantelt sein... die Stecker sind jedenfalls vergoldet - vielleicht hört man den Unterschied.

Klang

Der AKG K450 tritt gegen einen haus-eigenen Gegner an, die K319. Diese relativ großen Ohrhörer nutze ich schon seit langem für meinen Musikgenuss. Die Ohrhörer bieten für ihre Größe einen ausgezeichnet klaren Klang, ein großes Spektrum und auch etwas Bass ist vorhanden. Der AKG K450 ist hingegen anders. Wesentlich stärker im Bass und ohne die gewohnte Klarheit. Dies lässt den Ton allerdings natürlicher wirken, im ganzen klingen die K450 voller.
Technisch hat der K319 ein Übertragungsbereich von 16 bis 23.000 Hertz, der K450 von 11 bis 29.500. Klein gegen Groß, also nicht all zu verwunderlich diese Zahlen.

Praxis

Da das Ohr nicht ganz umschlossen wird, muss die Abschirmung durch den Druck auf dieses erfolgen. Setzt man den K450 auf, so merkt man den Druck. Nach einiger Zeit geht der dann weg und erst lange später merkt man die Kopfhörer wieder. Dies sollte je nach Ohrform variieren, für mich ist das in etwa nach zwei Stunden. Als Brillenträger muss ich sagen, dass ich keinerlei Nachteile merke. Die 120 Gramm Gewicht fallen beim Tragen nicht auf - der Bügel liegt mit einem Lederpolster auf dem Kopf auf. Im Gegensatz zu großen Kopfhörern, werden die Ohren nicht wirklich warm und das einseitig geführte Kabel lässt sich komplett vergessen. Manchmal will ich gewohnter weise die Lautstärke am Kabel regeln, das kann allerdings nur der K319.

Die Bass-Note merkt man, ich begegne dem mit Equalizer - muss allerdings nicht all zu viel nachstellen. Außengeräusche werden von der Lautstärke etwa halbiert. So hört man noch, dass jemand spricht, kann aber nicht mehr verstehen was und die Musik wird nicht unterbrochen.

Inzwischen nutze ich die kleinen K319 Abends und über den Tag beziehungsweise unterwegs die K450.

A Student from Karlsruhe, living in Osnabrück right now. 25 Years old and eager to take pictures and learn with each.