Das iPad Pro im Studium

Apple iPad Pro im Studium Apple Pencil.jpg

Da Apples Geräte eine hohe Langlebigkeit haben, ging ich davon aus, dass mein iPad Air länger als 3 Jahre hält. Allerdings wurde ich nicht nur von der Performance eines Besseren belehrt, sondern auch vom Akku, denn dieser hat einfach den Geist aufgegeben. Somit wechselte ich zum großen iPad Pro samt Apple Pencil, das „alte, große“ iPad Pro mit 12.9 Zoll (2015).

Laut Apple ist die neuere Version (2017) um bis zu 40% schneller, aber braucht man das? Früher stattete Apple seine Tablets mit einer getunten Version des iPhone Prozessors aus. Mit der Einführung des iPad Pros im Jahr 2015 hat Apple damit angefangen, den getunten Prozessor in die Pro Variante zu verbauen und die ein Jahr alte Generation im „normalen“ „iPad“. Doch im Vergleich zum iPhone 7 (A10 Fusion) wirkt der ein Jahr ältere, getuntere Prozessor (A9x) schnell genug und daher dürften von den 40+% mehr Leistung wenig merkbar sein. Viel eher könnte man das neuere 120Hz Display bemerken, doch wer zuvor den Effekt noch nicht kannte, wird ihn auch nicht vermissen können. Interessanter ist die Größe und um es kurz zu machen: Es ist klasse! Im Vergleich zum iPad Air hat das Pro fast die doppelte Größe, was sich insbesondere beim Split-Screen bemerkbar macht. Man kann einfach zwei Apps in normaler Größe nebeneinander laufen lassen. Räumlich ist das Normale natürlich handlicher, doch gewöhnt man sich an die Größe und bisher war es weder Zuhause, noch in der Uni oder im Zug zu groß. Mit einer Hülle ist die Größe mit einem DIN A4-Block vergleichbar (zu den Seiten minimal breiter, bei der Höhe minimal kürzer) - und damit etwas kleiner, als ein 13“ Laptop. Also, alles kein Thema.
Für den medialen Genuss sind die vier Stereolautsprecher klasse und können ordentlich laut werden, dann fängt das iPad auch an zu vibrieren (das Gehäuse selbst fungiert als Lautsprecher). Das ist übrigens der Punkt, wo ich mir gerne mehr Akkulaufzeit wünschen würde, da dieser mit den Lautsprechern erkauft wurde. Apple verspricht wie bei allen iPads 10 Stunden Laufzeit und damit kommt man auch so über den Tag, aber auch nicht weiter und das ist ärgerlich, da mehr Freiraum möglich wäre. Übrigens drück das Display mit seiner recht begrenzten Helligkeit auf die Akkulaufzeit, was man unter Sonneneinstrahlung schmerzlich merkt. Dann sieht man übrigens auch alle erdenklichen Fingerabdrücke und zwar so sehr, dass ich mich frage, ob Apple das Glas überhaupt mit seiner ölabweisenden Beschichtung versehen hat.

An Zubehör ...

... nutze ich übrigens neben der Apple Tastatur (eine speziell für das Tablett wäre mir zu klein, so stört nur das ständige Pairing) und dem Apple Pencil* noch eine Hülle*, einen Halter für den Pencil*, ein Etui für Pencil und weitere Stifte* und ein Mehrfachnetzteil*. Vor dem Apple Pencil habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Touchstift von MEKO* gemacht.

Aber genug der Klagen über die Technik, dank iOS 11 ist es ein echt klasse Tablett und durch die Größe, einer Tastatur und dem Pencil handelt es sich bei dem iPad Pro um einen echten Laptop Konkurrent. Die Gesten ermöglichen sehr schnelles Wechseln von Apps und wie oben erwähnt, ermöglicht die Split-Screen-Funktion mit den meisten Apps sehr gutes Multitasking. Mit Drag&Drop verschwimmen die Grenzen zum Laptop zwar weiter, doch vor allem die Dateiverwaltung ist noch ein starkes Gegenargument. Die zwei Punkte, die mir an iOS am ehesten fehlen, sind ein Präsentationsmodus (wäre praktisch beim Lernen) und die Möglichkeit zwei Seiten nebeneinander anzeigen zu lassen (Workaround siehe weiter unten).

Apps:

... sind bei iOS nach wie vor top, was sich die Entwickler allerdings auch bezahlen lassen. Bis jetzt nutze ich als Student folgende Apps:

Darüber hinaus liebäugle ich mit den Apps GoodNotes und LiquidText. GoodNotes (Alternative wäre MarginNote Pro) soll eine sehr gute Notizen App sein und LiquidText hat ein sehr interessantes Konzept für das Arbeiten mit PDFs. Erwähnenswert, insbesondere in Verbindung mit dem Apple Pencil, wären noch Paper, mit dem ich das Titelbild malte.

Den Apple Pencil über ein iPhone Dock zu laden sieht zwar witzig aus, aber weit weniger riskant, als die affige Idee von Apple.
 

Doch wie sieht nun mein Workflow als Student für die Vorlesungen oder das Lernen aus?

  • Beginnen wir ganz von vorne: Den Semesterplan kann ich mir bei StudIP als ical Datei exportieren und in den Apple Kalender importieren. In Kombination mit der iCloud werden bei mir Dateien, Erinnerungen, Fotos, Kalender, Notizen und Safari synchronisiert.
  • Mittels Handoff kann ich direkt Seiten oder Dokumente von einem zum anderen Gerät „senden“, richtige Dateien gehen via AirDrop .
  • In Apple Mail sind alle nötigen Konten eingestellt, sodass E-Mails immer gehen. Früher verwendete ich eine Weiterleitung zu Inbox von Google, doch das ist dank Zuckerberg nicht mehr. Die Snooze und Pin Funktion vermisse ich dennoch schmerzlich. Wer nur einen Account nutzt, kann mal diesen Workaround ausprobieren
  • Vorlesungen lade ich beim Mac runter, lasse es mit einem Script umbenennen (geht ganz leicht via Automator) und sortiere es bei Dropbox (oder andere) in eine Ordnerstruktur: %Semester% / %Veranstaltung% %Quelle% / %Jahr%-%Monat%-%Tag% - Name
  • Unter PDF Expert ist Dropbox angemeldet und der ganze Semester Ordner synchronisiert. Einmal „pull“ und dann sind alle Dateien aktuell. Entsprechende Datei öffnen und fertig.
  • Sollte ich zwei Dokumente oder Seiten des gleichen Dokuments anzeigen wollen, öffne ich neben PDF Expert noch Documents. Dank „Readdle Transfer“ sind die Dateien instant da.
  • Mein iPad habe ich so eingestellt, dass bei Stummschaltung (so gut wie) keine Töne erklingen. Das lässt sich mit dem Nicht-Stören-Modus noch erweitern, dafür braucht man aber auch einen passenden Tagesablauf
  • Ganz im Sinne von Konzentration habe ich die Benachrichtigungen so weit wie möglich reduziert.
  • Zum Lernen habe ich gemerkt, dass reiner iPad Einsatz fehlerhaft ist, da man auch bei Unterlagen räumlich denkt. Zwar bleiben die Vorlesungen und deren Unterlagen zumeist digital, doch Übungen und Zusammenfassungen habe ich in Papierform. Das Konzept mit GoodNotes und Ausdrucken finde ich ganz interessant, vielleicht komme ich da noch hin:

Zusammenfassend

... habe ich seit Beginn meines Studiums ein iPad im Einsatz. Für mich erschien es praktischer die Datei digital dabei zu haben, als jedes Mal die Folien herunterzuladen und auszudrucken, die ja dafür auch rechtzeitig online sein müssen. Gleichzeitig erspart es mir so auch Gewicht. Dafür ist die Schrift mit einem Touchpen wesentlich hässlicher, der Apple Pencil macht es besser, kommt an die Handschrift aber nur heran. Das stärkste Gegenargument dürfte wohl die Möglichkeit der Ablenkung sein. Diese ist definitiv da und stark, doch auch das Smartphone befindet sich bei den Meisten in greifbarer Nähe.

* Amazon Affiliate-Link, mit einem Kauf über die Affiliate-Links unterstützt du mich und diese Seite.