Infrarot
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Eines schönen Tages sah ich skurrile, aber faszinierende Bilder in meinem Stream. Es handelte sich um Bilder mit tiefschwarzem Himmel, weißen Wolken und leuchtenden Blüten, Gräsern oder Gebäuden - eben typische Infrarotaufnahmen. Ich war interessiert und wollte das Mal ausprobieren, aber eine kurze Recherche ergab, dass man dafür die Kamera risikoreich umbauen muss. Das liegt daran, dass digitale Kameras das Infrarotlicht filtern, um ein besseres Ergebnis zu erzielen, zumal die (modernen) Objektive nur für das sichtbare Spektrum berechnet sind. Später sah ich dann auf Steve Huffs Seite, dass jemand genau mit der OM-D E-M5 ganz einfach Infrarotbilder machte, da diese Kamera etwa fünf Prozent durchlässt. Es ist nur ein Filter (Amazon Affiliate-Link*) nötig, um das sichtbare Licht zu blockieren. Mit diesem ausgestattet, machte ich mich im Frühling auf ebenfalls ein paar klassische Infrarotbilder zu machen.

Bei vielen sonnigen Gelegenheiten versuchte ich mich und lichtete mal den Campus der Universität und der Hochschule Osnabrück ab. Auch Felder, Blüten und weitere Gebäude wie das Schloss von Osnabrück kamen mir vor die Linse. Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Infrarotfotografie doch ein spezieller Bereich mit vielen Herausforderungen ist. Weitere Bilder hatte ich hier schon mal.

Durch den Filter trifft viel weniger Licht auf den Sensor, was die Auswahl der Motive und die Art des Fotografierens erheblich beeinflusst. Aus der gestalterischen Sicht ist es wie die Entdeckung einer etwas anderen Welt – aber eine, die man selber nicht sieht. Das führte dazu, dass ich erst mal auf die sichere Art spielte und das Klassische ablichtete - ich muss gestehen, dass ich mich da auch noch nicht weiterentwickelt habe: Schwarzer Himmel, weiße Wolken, weiße Pflanzen und Blüten. Andererseits erfordern Infrarotbilder viel Licht und viel Kontrast, was auf der einen Seite befreien kann (mittags), aber auf der anderen Seite muss man diese Kontraste erst einmal finden und dann zu einer erträglichen Komposition zusammenführen können.
Aus der technischen Sicht bedeutet dass neue Herausforderungen: Der Autofokus arbeitet bei der schwachen Lichtquelle selten vernünftig und zudem braucht man eine lange Belichtungszeit und einen guten Stabilisator. Auch die Objektive wirken wegen der Reflexionen ganz anders und zu guter Letzt muss in der Nachbearbeitung noch ordentlich an den Reglern drehen.
Alles in allem hoffe ich den Filter bald wieder einsetzen zu können.

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A Student from Karlsruhe, living in Osnabrück right now. 25 Years old and eager to take pictures and learn with each.