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Bilder im Herbst

Im letzten Herbst besuchte ich endlich den St. Peter Dom in Osnabrück. Dieser ist weit älter, als man es ihm ansieht. So entstand die erste Kirche wohl 785 - also vor über 1.200 Jahren! Allerdings wurde diese zerstört, dann um 1.100 aufgebaut und über die Jahrhunderte weiter verändert. Der Dom sieht von außen so banal aus - zumindest für uns Europäer, doch ein fast tausend Jahre altes Gebäude... Spannend, was es alles so erlebt und durchgemacht hat.

Beispielsweise ist Osnabrück eine wirklich erstaunliche Stadt, wurde hier doch der Glaubenskrieg beendet. Ein Krieg, der durch ganz Europa ging, tausenden Menschen das Leben kostete und viel Leid und Qual hervorrief. Und das über eine Zeit von 30 Jahren, manch einer hatte damals sein ganzes Leben keine friedliche Zeit erlebt. Zwei Weltkriege später und der Dom steht noch immer da, obwohl Nazideutschland platt gebomt werden sollte. Erstaunlich!

Ebenso wie den Dom, erweiterte ich letzten Herbst auch meinen Horizont über das Grün um Osnabrück herum. Von meinem Wohnort aus erkundete ich vor allem Richtung Dodesheide, denn leider bietet Osnabrück recht wenige Wege ins Grüne hinaus. Es kann auch sein, dass Karlsruhe in diesem Punkt weit über den Durchschnitt liegt, auch wenn ich das bedauern würde. Leider bietet Osnabrück selber nicht sehr viel Grün. Das macht es eigentlich schon wieder nötig Wege ins Grüne zu haben, doch leider: Mangelware.

Die Bilder entstanden alle auf demselben Weg. Per Rad ist man auch recht flux draußen. Erst kommt etwas Stadt und Industrie, dann kommt ein Wald und darauf folgen dann Felder. Wie man sich einen typischen Weg aus der Stadt vorstellt.
Ich hatte meine Kamera um, fuhr mit dem Rad raus um das tolle Wetter zu genießen und hielt manchmal kurz an um ein, zwei Bilder zu machen. Dafür hatte ich einfach das 45er drauf und das Kit-Objektiv in der Hand. Der Polfilter bewies sich bei dem Wetter ganz nützlich. Da es hauptsächlich um das Genießen des Wetters ging, verlagerte der technische Aspekt eher in den Hintergrund. Ich musste nicht das perfekte Foto schießen.

Der Herbst ist meine Lieblings-Jahreszeit. Das mag zum einen daran liegen, dass ich unter keinen allergischen Reaktionen leiden muss, während es gleichzeitig noch angenehm warm und schön ist. Aber vor allem liegt das an dem guten Wetter.
Man erinnert sich ja hauptsächlich an die schönen Momente und einer davon ist der Herbst vor einigen Jahren, wie er hier zu sehen ist. Andererseits ist es so, dass man selten mit dem aktuellen Klima zufrieden ist, da es entweder zu heiß, zu kalt, zu trocken, zu feucht, zu regnerisch oder zu sonnig ist. Okay, das letztere wohl eher nicht.

Aber ist es nicht so, dass wir uns vor allem über das Klima beklagen, weil wir es nicht in Relation setzen können? Ich meine, der Herbst 2014 ist bald fast ein Jahr her und die Erinnerung an das Klima damals ist bis auf ein paar Tage nahezu weg. Also Herbst 2013? Ganz vergessen... Die Erinnerung, die ich habe, besagt, dass der Herbst 2014 klimatechnisch so halb halb war. Doch wenn das Wetter gut war, zeigte sich der Herbst von seiner schönen Seite.

So sehr wir unsere moderne Gesellschaft loben nicht vom Klima abhängig zu sein; so sehr sind wir es doch. Gerade im Winter wurde es deutlich als plötzlich Schnee vom Himmel herunter segelte. Die Stadt stand Kopf. Komisch, dass es im Winter schneit...
Aber auch bei normalem Wetter zeigt sich wie abhängig wir sind. Nicht nur muss man seine Kleidung an das aktuelle Klima anpassen, auch der Gemütszustand wird von jedem Hoch und Tief beeinflusst.

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